Tipps und Hinweise

Wem gehört Berlin?

Tja, wem eigentlich? Das fragt sich und uns der Tagesspiegel in gleichnamigem Artikel vom Sonntag, 14. Oktober 2018. Und da man auf Fragen meist nicht wirklich eine zufriedenstellende Antwort bekommt (nein, ich habe nicht an die Eigentümervorstellung gedacht …), hat der Tagesspiegel sich mit Correctiv zusammengetan. Correctiv ist ein unabhängiges und gemeinnütziges Recherchezentrum und finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Die tolle Nachricht: Wir können mitmachen! Wir alle, wir, denen Berlin gehört. Indem wir von unseren Erlebnissen mit unserem Vermieter erzählen, bei Mieterhöhungen dies angeben und den Namen dessen, DER NICHT GENANNT WERDEN DARF, eintragen.

Wofür? Die Eigentumsstrukturen Berlins sollen aufgeklärt werden, es soll eine Möglichkeit geschaffen werden, Übersicht über steigende Mieten, über gehäufte Immobilienkäufe einer Firma usw. zu bekommen. Die Daten werden streng vertraulich behandelt.

Das kommt doch gerade richtig: Hier geht’s lang http://www.wem-gehoert-berlin.de

4 Kommentare

  1. “Correctiv” ist nur angeblich unabhängig.

    Vorsicht, liebe Nachbarinnen und Nachbarn, wem ihr eure Daten anvertraut. Ich habe ja aus Versehen allen Nachbarn eine Einladung zu einer Demo geschickt, aber diese harmlose Datenstreuung unter wenigen Bekannten ist kein Vergleich zum bereits gewohnheitsmäßigen Missbrauchs von riesigen Datensaugern, wie sie von den großen Medien genutzt werden, um Geld zu verdienen.

    Correctiv ist nur vordergründig ein „ehrenamtliches Rechercheteam“, das sich für den „guten Zweck einsetzt. Die 3 Millionen € für die Gründung des Unternehmens kamen von der Brost-Stiftung, die sich für die SPD kommen. Stiftungen sind meist Geldsparunternehmen für Milliardäre und Konzerne, die dann keine Steuern zahlen müssen und sich noch den Mantel des Guten umhängen können.

    „Zusammenarbeit mit Facebook

    Facebook ist ein Unternehmen mit 1,8 Milliarden Nutzern weltweit und 18 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2015. Dass sich Facebook ausgerechnet einer kleinen „Klitsche“ wie CORRECTIV bedient, bei der (Stand 31.12.2015) das Stammkapital gerade einmal zur Hälfte eingezahlt ist und die über eine kaum messbare Anzahl von Mitarbeitern im Vergleich zu Facebook verfügt, mag zunächst verwundern, lässt sich aber erklären.

    Da ist zunächst der Umstand, dass Facebook die Leistung von CORRECTIV kostenlos erhält. Das mag bei Facebooks Unternehmensgröße nicht ausschlaggebend sein, aber nachteilig ist es auch nicht, wenn solche Leistungen vom Steuerzahler mitfinanziert werden, der CORRECTIV teils direkt bezuschusst (83.000 € kommen vor der Bundeszentrale für politische Bildung) und teils indirekt über Sponsorengelder, die wiederum größtenteils von steuerlich begünstigten Stiftungen stammen…

    Mit dem „Trick“ der Gemeinnützigkeit kommt er nicht nur an die Geldtöpfe gemeinnütziger Stiftungen heran, sondern auch an die Werbeetats gewerblicher Unternehmen wie der Deutschen Bank, die sich gerne mit der Unterstützung gemeinnütziger Organisationen schmücken…

    Weiteres darüber hier:

    CORRECTIV – Von Eigennutz und Gemeinnutz

    https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/correctiv-von-eigennutz-und-gemeinnutz/

    Bleiben wir wachsam! Viele Grüße!

    Antwort
  2. Kleine Korrektur zu “Correctiv” 😉

    Es war ja schon spät gestern Nacht.

    “Correctiv” ist nur vordergründig ein “ehrenamtliches Rechercheteam”, das sich für den “guten Zweck” einsetzt.
    Die 3 Millionen € für die Gründung des Unternehmens kamen von der Brost-Stiftung. Die Milliardärin Anneliese Brost hat die Medienbeteiligungen der SPD mit ermöglicht: ehemals bei der WAZ-Mediengruppe, heute Funke Mediengruppe. Es geht um die Unterstützung einer politischen Linie.

    “Die Medienmacht der SPD bröckelt”
    https://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2014/02/03/die-medienmacht-der-spd-broeckelt-die-ddvg-ihre-zeitungen-und-dietmar-nietan-402/

    Zu Correctiv finden sich auf wirklich unabhängigen Medienplattformen weitere Warnungen:

    “Ausgerechnet „Correctiv“ soll Facebook von Falschmeldungen befreien? Da wird doch der Bock zum Gärtner gemacht!”
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=36631

    “Professionelle Heuchelei (1/4)
    Der Blick hinter die Fassade offenbart: Das Journalistenbüro Correctiv ist alles andere als unabhängig, aufklärerisch und investigativ.”

    https://www.rubikon.news/artikel/heuchler-und-hochstapler-1-4

    Antwort
  3. Vielen Dank, Linn, für deine kritische Aufmerksamkeit und diese wichtigen Hinweise! Selbstverständlich hat jeder Bürger das Recht, selbst darüber zu entscheiden, wem und wozu er seine Daten anvertraut. Auch die Initiatoren von ‘Wem gehört Berlin’ müssen sich an die Rahmenbedingungen des Datenschutzes halten. Im Zweifel wäre für den konkreten Einzelfall m.E. abzuwägen, ob der Zweck eines solchen Aufrufs eine nie zu 100% abgesicherte Dateneingabe, wie sie bei jeder Online-Bestellung erfolgt, rechtfertigt. Anzumerken wäre auch, dass zu jedem Eigentumsfall EINE Eingabe ausreichend wäre, und nicht jeder Mieter individuell melden müsste.

    Besonders interessant ist, dass auf den Umgang mit den gesammelten Daten in Bezug auf die angegebene Zielsetzung nicht näher eingegangen wird. Wann, durch wen, in welchem Umfang und nach welchen Kriterien werden die Eingaben bearbeitet, ausgewertet, weitergeleitet, gespeichert etc.? Um die Ergebnisse einer so umfangreichen Recherche tatsächlich in einer Weise nützlich zu machen, wie der Sammelaufruf sie suggeriert, müsste nicht nur enormer Aufwand betrieben werden, sondern wäre auch zumindest anteilige Einsichtnahme durch Bevölkerung und Behörden zu ermöglichen. Statt dessen findet sich aber im Nebensatz der Hinweis, dass eine Veröffentlichung nicht vorgesehen ist, sondern Fälle herausgefiltert werden sollen, ‘die für die Öffentlichkeit interessant sind’. Das würde ich vorrangig als content creating für die beteiligten Medienpartner verstehen. Damit wäre die Verhaltnismäßigkeit der Aktion zumindest zweifelhaft und die Frage berechtigt, inwiefern mehr Transparenz verlangen kann, wer sich selbst derart bedeckt hält.

    Antwort
  4. Gerne, wir Nachbarn arbeiten ja zusammen!
    Es ist natürlich schwierig, immer den persönlichen Datenschutz zu beachten. Z. B. nutze ich Facebook zwar nicht, aber WhatsApp gerne, das leider vom ‘Großen Bruder’ aufgekauft wurde (NSA is watching you). Und das neue DSVGO macht es vor allem kleinen Unternehmen und auch Privatpersonen oft sogar schwieriger und schützt – wie immer – Konzerne.

    Noch eine kleine Erfolgsmeldung zu politischem Engagement:
    Google Campus in Kreuzberg wurde anscheinend durch dauernde Proteste verhindert, das macht Mut!

    Antwort

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